Raus in die Natur
Auf die Spur kommen
Natur- und Wildnispädagogik für Kinder in Darmstadt
Ein Abdruck im Matsch. Zwei Zehen, vorne spitz, dahinter zwei kleine Punkte. War das ein Reh? Oder doch ein Wildschwein? Wer das herausfinden will, muss in die Hocke gehen, genau hinsehen und ein bisschen nachdenken. Und steckt damit schon mitten in der Wildnispädagogik.
Denn im Wald dürfen Kinder einfach Kind sein: matschen, klettern, lachen und Dinge selbst herausfinden. Ohne Bildschirm, ohne Stundenplan, ohne Eile. Stattdessen rauschen die Blätter, irgendwo klopft ein Specht, und unter den Fingern liegen Erde, Moos und Rinde. Die Natur wird hier mit allen Sinnen erlebt. Das Wissen über Tiere, Pflanzen und ökologische Zusammenhänge kommt dabei ganz nebenbei mit.
Erst erleben, dann verstehen
Wildnispädagogik setzt nicht auf fertige Antworten, sondern auf eigene Erfahrungen. Die Kinder beobachten, stellen Fragen, probieren aus und finden ihre eigenen Lösungen. Dafür gibt es ein paar feste Gewohnheiten, die sogenannten Kernroutinen der Wildnispädagogik.
Eine davon ist der Sitzplatz: ein fester Ort im Wald, an dem man still wird und einfach wahrnimmt. Erstaunlich, was passiert, wenn man sich selbst einmal nicht bewegt. Plötzlich bewegt sich alles andere. Wir streifen durch den Wald, lesen Tierspuren und halten im Naturtagebuch fest, was wir gesehen, gehört und gedacht haben. Wir lernen Bäume, Wildkräuter und Früchte kennen – und machen daraus auch mal einen Snack. Und wir bauen und gestalten mit dem, was der Wald eben so hergibt.

Coyote Teaching: Die Antwort ist eine Frage
Der Kojote gilt in vielen Erzählungen Nordamerikas als listiger Lehrer. Er erklärt nichts. Er lockt auf die Fährte. Genau so funktioniert Coyote Teaching: Statt Wissen vorzukauen, stelle ich Fragen, erzähle Geschichten und lasse die Kinder selbst entdecken.
Warum rascheln die Blätter? Wer war heute Nacht hier unterwegs? Was ändert sich, wenn wir ganz still werden? Die Antworten finden die Kinder selbst – und merken sie sich deshalb auch. Lernen aus Neugier, sozusagen. Und wer war nun im Matsch unterwegs? Das verrate ich natürlich nicht. Das wäre ja auch zu einfach.

Klettern, balancieren, matschen
Natürlich kommt das Spielen nicht zu kurz. Wir bauen Hütten, basteln mit Naturmaterialien und toben uns bei Waldspielen aus. Der unebene Waldboden kann dabei, was kein Turnhallenboden kann: Wer hier läuft, klettert und über Baumstämme balanciert, trainiert ganz nebenbei Motorik, Koordination und Körpergefühl.
Und das bei jedem Wetter. Denn schlechtes Wetter gibt es im Wald ja bekanntlich nicht, höchstens die falsche Hose. Wir sind zu allen Jahreszeiten draußen, im Bessunger Forst und am Oberfeld, und erleben, wie sich der Wald verändert: vom frischen Grün im Frühling über den dichten Sommerwald und das bunte Herbstlaub bis zur Stille im Winter.

Spuren, die bleiben
Die Natur gibt nichts vor. Und lässt trotzdem unendlich viel entdecken. Wer sie einmal mit allen Sinnen erlebt hat, versteht sie besser. Und was man versteht, will man auch schützen.
So hinterlässt jeder Tag im Wald seine Spuren. Nur eben nicht im Matsch, sondern in den Kindern.
Die aktuellen Termine für Waldgruppe und Waldwochen in Darmstadt finden Sie auf der Startseite. Ich freue mich auf Ihre Anfrage.
